some image

Digital Advisors Blog

Herausforderung Digitalisierung

Schlagwörter: , , , News

Über die letzten Jahre sind die Umsätze in digitalen Geschäftsfeldern wie z.B.  im  Ecommerce und dem Online-Marketing kontinuierlich gewachsen. Die Wachstumsraten waren und sind zwar hoch, bis vor einiger Zeit aber für die etablierten, ‚klassischen‘ Kommunikationskanäle, Medien und Handelsstrukturen kein wirklich existenzielles Problem (vielleicht abgesehen von einigen wenigen Branchen wie der Medienwirtschaft). Diese Situation ändert sich. Nicht nur die ‚Early Endangered‘, also die bereits seit längerem bedrohten Industrien, wie z.B. die Medien- und Werbeindustrie spüren inzwischen die Auswirkungen der Digitalisierung massiv:

Was ist pssiert?
Mittlerweise sind alle kommerziell relevanten Zielgruppen durchgehend online. Die Bandbreiten für die Bereitstellung attraktiver, datenintensiver  Medieninhalte stehen zur Verfügung. In den letzten Jahren ist das Internet mittels Tablet in den eigenen vier Wänden drahtlos ins Wohnzimmer eingezogen. Mit Smartphones wird es ganz selbstverständlich auch mobil genutzt.

Dies alles führt dazu, dass die Digitalisierung mit ihren erheblichen Umsatzpotenzialen mit Macht in immer mehr Industrien drängt. Neue digitale Geschäftsmodelle werden entwickelt, die die neuen Devices und Nutzungssituationen sehr intelligent nutzen. Jahre- und jahrzehntealte, etablierte ‚analoge‘ Geschäftsmodelle geraten dabei zunehmend unter Druck.  Die Attraktivität des Neuen, des Digitalen ist einfach sehr groß. Ein Grund dafür sind auch neue Zielgruppen: Anders als bei der ersten großen ‚Internet-Welle‘ vor knapp 15 Jahren gibt es inzwischen eine neue Generation von heranwachsenden Konsumenten und Nutzern, für die das Internet kein ‚Neuland‘ mehr ist. Dies erste Generation der ‚Born Digital Natives‘ ist online aufgewachsen, sie kennt keine Welt ohne das Web. Sie ist 24/7 online und erwartet von den Produktanbietern eine nutzwertige und attraktive digitale Anlaufstelle.

Diese Entwicklung kann man als Bedrohung verstehen, sie ist aber auch für etablierte Unternehmen im Kern aber eine Chance:

Für Unternehmen fast aller Branchgen bedeutet dieser Prozess der digitalen Transformation, dass sich neue Möglichkeiten zur Ausweitung der eigenen Aktivitäten, zur Gewinung neuer Marktanteile und für neue Geschäftsmodelle eröffnen. Chancen zur Weiterentwicklung, die es in den letzten Jahrzehnten nicht gab. Wo über viele Jahre die Dinge eingefahren waren, wo es lediglich noch Verdrängungswettbewerbe gab, bricht aktuell viel auf und bietet neue Chancen. Allen Unternehmen. Nicht nur den etablierten ‚Platzhirschen‘. Es gilt, diese Chancen jetzt zu erkennen und zu nutzen.

In diesem Umfeld sind Google & Co. entstanden und so werden täglich neue Unternehmen gegründet, die mit hochinnovativen Geschäftsmodellen neu denken und handeln. Genau darin liegt die Herausforderung für  Unternehmen. Die Transparenz der Märkte, Preise und Angebote hat u.a. dazu geführt, dass sich mittlerweile der Kunde (in b2b ebenso wie in b2c) seiner Rolle und seiner Macht bewußt ist. Er nutzt und artikuliert sie – z.B. in den sozialen Medien. Eigentlich eine gute Sache – Unternehmen erfahren aus erster Hand von Ihren Kunden, was sich diese wünschen, was an ihren Produkten OK ist und wo Verbesserungspotenziale liegen. Was für junge Unternehmen und Startups lebenswichtig ist, nämlich das schnelle und ungeflterte Feedback des Marktes, ist für produktfixierte Unternehmen eine echte Herausforderung: Kunden sagen Ihre Meinungen, der digitale Kanal ist ihr Sprachrohr. Sie erwarten (zu Recht) individuelles Feedback. Wie kann man dies als Produkt- oder Serviceanbieter leisten, insbesondere, wenn man einen Massennmarkt bedient?  Hier ist in den letzten Jahren so ganz nebenbei eine neue Herausforderung auch für das Marketing und Brandmanagement der Unternehmen entstanden. Aber das ist ein anders Thema.

Es ist jedenfalls klar, dass sich Unternehmen damit auseinandersetzen müssen, dass sich die Regeln ändern. So wird immer mehr Unternehmen klar, dass auch in ihrer Branche zunehmend  andere Kriterien als bisher darüber entscheiden, ob sie auch künftig erfolgreich sein werden – oder mittelfristig ggf. scheitern:

  • Die Berücksichtigung der KUNDENBEDÜRFNISSE – anstatt nur aus Sicht des eigenen Produkts/Leistunsangebotes her zu denken.
  • DISRUPTIVES DENKEN – d.h. die Fähigkeit, groß und ohne definierte Grenzen zu planen und solche Konzepte auch umzusetzen.
  • TIME TO MARKET – eine erheblich gesteigerte Geschwindigkeit bei der Umsetzung und dem Marktstart für neue digitale Konzepte.

Und genau hier ist auch der Grund zu finden, warum junge, komplett anders denkende Unternehmen wie Google, Facebook & Co so erfolgreich sind. Sie haben diese Fähigkeiten qua Geburt. Viele von Ihnen basieren auf hochinnovativen Ideen, wwerden schrittweise weiterentwickelt und involvieren den Nutzer als Co-Architekt in die Konzeption des eigenen Angebotes ist. Ihr implizites und explizites Feedback wird in immer neuen Entwicklungs- und Testschleifen berücksichtigt. Produkte und Services werden angepasst und erweitert, Geschäftsmodelle umstrukturiert. Immer wieder. Minimum Viable Products (MVPs) statt Featuritis. Im Focus steht die Idee, ein nutzwertiges Produkt anzubieten und permanent weiterzuentwickelt. Die Frage nach der Umsatz- und Margenoptimierung steht dabei nur an zweiter Stelle Bei einem guten Produkt wird der Umsatz kommen. Ohne ein gutes Produkt aber nie.

Die drei Begriffe, die dieses Denkweise beschreiben:  Design Thinking, Lean Startup und MVP.

Die Strukturen, Abläufe und Denkweisen in etabierten Unternehmen stossen hier meist an ihre Grenzen. Zumindest kurz- bis mittelfristig. Wenn sich ein Unternehmen aber mit dem digitalen Wandel auseinandersetzen will und die möglichen Chancen nutzen möchte, ist dies dennoch möglich. Viele Unternehmen und Kozerne zeigen es bereits. Allerdings gibt es – wer hätte es auch erwartet – nicht den einen Königsweg für jedes Unternehmen.

Digitalisierung ist vielmehr ein höchst individuelle anzugehendes, sowohl strategisches als auch operatives Thema. Jedes Unternehmen ist individuell aufgestellt, agiert in unterschiedlichen Märkten. Und benötigt seinen individuellen Ansatz.

Related Posts